99Künstler

Gesichter hinter der Kunst

Die Künstler


99 Künstler | Künstlerportät Deutschland - Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing, Schriftsteller und evangelische Theologe - Würzburg

01.03.2019

Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing

*1958 in Nordhorn, lebt und arbeitet in Berlin und Würzburg

"Gottes Genosse" oder "Das Ding an sich"?

Klaas Huizing studierte von 1977 bis 1986 Philosophie und Theologie in Münster und Kampen (Niederlande) sowie in Hamburg, Heidelberg und München. Im Jahr 1986 erfolgte die Promotion in Philosophie, 1989 die Promotion in evangelischer Theologie und 1993 seine Habilitation in evangelischer Theologie. Seit 1998 ist Klaas Huizing Ordinarius am Lehrstuhl für Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Mit der 1996 erschienen Monographie "Lukas malt Christus", wurden seine Forschungen weit über die wissenschaftliche Lehre der Theologie hinaus bekannt. Weitere Veröffentlichungen zu theologische Fragen sind unter anderem: "Scham und Ehre: Eine theologische Ethik", "Handfestes Christentum: Eine kleine Kunstgeschichte christlicher Gesten" und "Ästhetische Theologie: Der erlesene Mensch. Der inszenierte Mensch. Der dramatisierte Mensch".

Das literarisches Debüt als Schriftsteller gab Klaas Huizing 1980 mit dem Roman "Tagebuch des Kunststudenten K.". Einem größeren Publikum bekannt wurde Klaas Huizing mit seinem in mehrere Sprachen übersetzten und preisgekrönten Bestseller "Der Buchtrinker" aus dem Jahr 1994 sowie seinem 1998 erschienen Kant-Roman "Das Ding an sich". Seit 1997 ist er Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. 2003/2004 erhielt Klaas Huizing das Jahresstipendium im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg und ist seit 2015 Herausgeber des Kulturmagazins Opus.

In seinem 2018 erschienen Roman "Zu dritt. Karl Barth, Nelly Barth, Charlotte von Kirschbaum.", setzt sich Klaas Huizing mit dem Dreiecksverhältnis in der Familie des theologischen Wissenschaftlers Karl Barth auseinander. Der Schweizer evangelisch-reformierte Theologe Karl Barth (1886 bis 1968) gilt für die evangelischen Kirchen europaweit aufgrund seines Gesamtwerks als Kirchenvater des 20. Jahrhunderts. Berühmt wurde er vor allem wegen seines vehementen Einsatzes gegen das Hitler-Regime. Karl Barth war verheiratet, Vater von fünf Kindern - und lebte mit Ehefrau und Geliebter unter einem Dach. Wie lebt man zu dritt? Wie wird der Alltag geregelt? Wie gehen die Frauen miteinander um? All diesen Fragen geht der Schriftsteller Klaas Huizing nach und liefert eine authentisch wirkende Lebensgeschichte von all den Leiden aber auch Freuden sowie Wirren einer außergewöhnlichen Wohngemeinschaft.

Klaas Huizing nutzt in seinen Romanen das Pfund seines offenbar schier überbordenden Wissens. Mit sprachlicher Virtuosität bettet er scheinbar mühelos seine Protagonisten in geschichtliche Zusammenhänge ein und zeichnet sie in punktgenau gesetzten, ironischen Wendungen, die den Leser auch schon mal auf der Stelle oder dank wohldosiert sickernder Pointen auch erst einige Seiten später lauthals oder leise lachen lassen.

[www.klaas-huizing.de]


Zurück zur Übersicht

ˆ