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Gesichter hinter der Kunst

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99 Künstler | Künstlerportät Deutschland - Andreas M. Wiese, Künstler - Wuppertal

31.05.2019

Andreas M. Wiese

*1966 in Wuppertal, lebt und arbeitet in Wuppertal

Wahrnehmung und Erwartung: Von der Suche hinter der Oberfläche

Andreas M. Wiese studierte von 1987 bis 1993 an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschüler bei Prof. Konrad Klapheck, der heute als Klassiker der Nachkriegs-Avantgarde gilt und dessen "Maschinenbilder" zu den Ikonen der modernen Malerei gehören. Nach seinem Studium ist Andreas M. Wiese seiner Heimatstadt Wuppertal treu geblieben, wo er bis heute als freischaffender Künstler lebt und arbeitet. Im Jahr 2000 erhielt er den "Enno und Christa Springmann-Preis", der jährlich an bis zu drei Wuppertaler Künstler*innen aus den Bereichen Malerei, Grafik, Design, Fotografie, Literatur oder Musik verliehen wird.

Die Arbeiten von Andreas M. Wiese sind schwer einzuordnen und zu deuten. Sie weisen ebenso die charakteristischen Merkmale des Realismus auf und erscheinen teilweise wie eine Weiterführung des magischen Realismus der 1920er-Jahre, wie sich auch Wesenszüge des Surrealismus erkennen lassen. Wohingegen die Objekte und Installationen des Künstlers in ihrer ironischen, humorvollen Verneinung jedweder Funktion mitunter schon eine beinahe dadaistische Haltung in sich tragen. Sein Werk zu erklären, lehnt Andreas M. Wiese ab. Er sieht seine Kunst vielmehr als eine Projektionsfläche, die erst durch den Blick des Betrachters einer Deutung ausgeliefert wird. Dinge mögen dem Betrachter als Symbole erscheinen, Andreas M. Wiese malt und formt sie lediglich. So gesehen ist für ihn die Kunst ein Selbstzweck und das Wichtigste für den Künstler Andreas M. Wiese ist, dass seine Arbeiten gut sind und er als Künstler sich immer fragen muss, wie er sie noch besser machen kann.

Andreas M. Wiese hat die seltene Gabe, ein magisch anziehendes Abbild der Welt darzustellen, die ihn umgibt - zusammengesetzt aus dem, was er irgendwann, irgendwo gesehen und in sich aufgenommen hat. Die Gegenstände, Menschen und Landschaften in seinen Arbeiten scheinen sich durch das Fehlen jeglicher Erzählungen und Handlungen zu verselbständigen und erhalten so eine eigentümliche Aura, die sich der Wirklichkeit völlig entzieht. Es ist diese Aura, die uns als Betrachter vor den Arbeiten verweilen lässt und dazu verleitet, nach dem Geheimnis hinter der Oberfläche zu suchen. Ein Geheimnis, das wir jedoch nicht wirklich finden können, weil das Dargestellte laut Andreas M. Wiese keines enthält, sondern erst in uns hervorruft. Und genau das scheint das wirkliche Geheimnis seiner Arbeiten zu sein: Sie setzen unserer Phantasie keine Grenzen, sondern inspirieren uns, mit immer neuen Fäden unsere eigenen Geschichten zu spinnen.

[www.amwiese.de]


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